Die Geschichte von Cannabis

Wo Cannabis herkommt und wie es genutzt wird

Wir kennen es nun schon seit Jahrtausenden, den Cannabis, aber wie kam es eigentlich zum engen Verhältnis zwischen Mensch und Pflanze?

Die Herkunft von Cannabis

Den Ursprung des Cannabis vermuten Wissenschaftler in Kasachstan. Von dort aus soll er sich nach Süd- und Ostasien verbreitet haben. Schon etwa 12.000 Jahre vor Christus sollen Menschen ihn kultiviert haben. Gegen 6.000 Jahre vor Christus soll sich der Cannabis dann über Indien auch nach Europa verbreitet haben. Die chinesische Kultur gilt als eine der ersten, die ihren Gebrauch der Hanfpflanze zur Textil- und Papierherstellung festhielten. Schon gegen 2.700 vor Christus wurde sie dort auch als Heilpflanze verwendet. So zum Beispiel gegen Gicht oder zur Schmerzlinderung bei Geburten. Auch im alten Ägypten antiken Rom und Griechenland wurde Hanf zur Textilherstellung und als Schmerzmittel verwendet.

Der Gebrauch von Cannabis

Im Mittelalter war Cannabis Teil der Klostermedizin und wurde gegen rheumatische und bronchiale Erkrankungen verwendet. Ab dem 16. Jahrhundert gelangte Cannabis in die Kräuterbücher und hielt sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als eines der vielseitigsten und meist verschriebenen Heilmittel. Danach haben vor allem in Amerika synthetische Medikamente den Cannabis verdrängt. Schlussendlich wurde er in den späten 1930er Jahren dort verboten. In der heutigen Medizin wird Cannabis langsam wieder mehr als legitimes Medikament angesehen. Seine Anwendungsgebiete sind unter anderem Entzündungen, Schmerzen und viele weitere Erkrankungen.

Die Geschichte von Cannabis 2

Cannabis als Rauschdroge

Vor allem in Indien können wir die ersten Nutzen von Cannabis als Rauschdroge verzeichnen. Da begann man gegen 1.400 vor Christus die psychoaktive Wirkung der Pflanze in kultische Handlungen zu integrieren. Dort wird sie auch in verschiedenen heiligen Texten des Hinduismus als eine der 5 heiligen Pflanzen erwähnt. Sie soll neben verschiedenen kleineren Bräuchen besonders beim Meditieren geholfen haben. Auch beim Yoga soll sie zum Erreichen einer spirituellen Wahrnehmung geführt haben. Einige indische Gelehrte konnten dem Cannabis ein ganzes Spektrum an positiven Nutzen für den Menschen zuschreiben.

„Es wurde mehrfach als Lebenselixier bezeichnet und hat bis heute unterschiedlichste Zubereitungsweisen“

  • Das Ganja, die Bekannteste, kennen wir schon als Marihuana, die getrocknete Blüte der weiblichen Cannabispflanze.
  • Charras, das reine Harz der Pflanze, das mit seiner braunen Farbe und knetbaren Konsistenz wie Haschisch ist.
  • Und Bhang, bei dem man die Blätter und Blüten der weiblichen Hanfpflanze zu einer Paste verarbeitet. Diese raucht man dann entweder mit Tabak, oder konsumiert sie als Konfekt, oder Getränk. Bhang wird traditionell beim Holi Fest, einem alten, hinduistischen Frühlingsfest angeboten.

Weitere Verbreitung von Cannabis

Wir wissen auch, dass die Skythen, die als Reiternomadenvölker ab dem 8. Jahrhundert vor Christus nördlich des schwarzen Meeres siedelten, Gebrauch vom Cannabisrausch machten. Sie hatten besondere Beerdigungszeremonien, bei denen sie Cannabisdämpfe inhalierten. So stiegen sie in kleine Zelte, um dort Hanfsamen auf glühende Steine zu werfen. Der dadurch erreichte Trancezustand sollte ihnen mit Gesang und Tanz dabei helfen, Kontakt zu den Toten aufzunehmen.

Ab dem 15. Jahrhundert gelangte Cannabis über Columbus nach Amerika, wo er bei den dortigen Ureinwohnern weiteren nutzen fand. Die haben den Cannabis neben seiner heilenden Wirkung auch in Zaubertränken verwendet, um das Bewusstsein zu erweitern.

Im 19. Jahrhundert ist Cannabis schließlich auch in Europa als Rauschmittel angekommen. Er wurde nicht nur als Allheilmittel bei verschiedensten Beschwerden verschrieben, sondern auch am häufigsten geraucht. Tabak durch seinen hohen Preis lange Zeit als Luxusgut. Darum rauchten die meisten Leute Hanf, den sie entweder „Kraut“ oder „Orient“ nannten, in hölzernen Pfeifen. Da sich der Tabak durch seine rege Industrie immer weiter verbreitete, verdrängte er irgendwann den Hanf als Rauchinhalt der Wahl.

Seit Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts gewann der Cannabis letztlich wieder an Beliebtheit. Dies geschah trotz Jahrzehnte langer Prohibition und einer negativen öffentlichen Meinung im Rahmen der Protest- und Hippiebewegungen. Über die Zeit wurde Cannabis nach Alkohol und Nikotin zum drittbeliebtesten Rauschmittel Deutschlands.

Cannabis und das Gesetz

Trotz seines großen kulturellen und medizinischen Einflusses auf die Menschheitsgeschichte, wurde der Cannabis vor allem im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr illegalisiert. Die deutsche Regierung verabschiedete im Jahr 1929 ein neues Opium Gesetz. Darin erhielt Cannabis eine ähnliche offizielle Gefährlichkeit wie Opium, Heroin oder Kokain. Dieses Gesetz wurde dann im Jahr 1971 direkt in das bis heute noch geltende Betäubungsmittelgesetz überführt.

In den späten 30ern wurden auch die USA kritischer gegenüber Cannabis. Das hatte damit zu tun, dass die Hanfindustrie in Amerika einen zu breiten Einfluss auf die Wirtschaft hatte. Darum begann Anfang 1936 unter der Führung des damaligen Medienmoguls William Randolph Hearst eine Propaganda-Kampagne gegen Cannabis. Diese stellte ihn unter dem Namen „Marihuana“ als neue Droge dar. Durch das Schüren von Rassismus wurde der Cannabis dabei mit Kriminilatiät und Gewalt in Zusammenhang gebracht. Gleichzeitig setzte sich Harry J. Anslinger, der damalige Vorsitzende des Federal Bureau of Narcotics, als treibende Kraft zur Gesetzesumsetzung des Verbotes ein.

Inzwischen sieht es da anders aus. Der medizinische Zweck von Cannabis wird in der heutigen Zeit wieder anerkannt. Wir bringen immer mehr Cannabis-Produkte und Medikamente auf den Markt. Sogar CBD-haltige Blüten werden frei verkauft, solange deren THC-Gehalt unter einem Prozent liegt. Gleichzeitig wird der Besitz und Handel von Produkten mit höherem THC-Gehalt immer noch bestraft. Grundsätzlich bewegt sich die öffentliche Meinung zum Cannabis aber immer mehr ins Positive. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die Gesetzeslage weiter lockert.